SAP Commerce Spartacus - das neue Storefront

12.10.2020 Tom Trapp
E-Commerce Tech sapcommerce angular

Spartacus, das neue Storefront von SAP bringt neue, moderne Progressive Web App Technologien ins SAP Commerce Cloud Umfeld.

Bevor wir nun komplett in die Angular & Spartacus Welt abtauchen, schauen wir uns zuerst zwei grundlegende Fragen an:

  • Was ist ein Storefront?
  • Wie waren Storefronts vor Spartacus aufgebaut?

Was ist ein Storefront?

Einfach gesagt ist ein Storefront das virtuelle Schaufenster eines Onlineshops, welches Produkte mit ihren Merkmalen darstellt. In der SAP Welt versteht man unter einem Storefront aber mehr, es handelt sich um einen Bausatz von vordefinierten Komponenten, Logiken und Templates für einen Onlineshop. So lässt sich mit einem B2C Storefront beispielsweise ein klassischer Buiness-2-Customer Shop leicht und schnell aufbauen.

Wie waren Storefronts vor Spartacus aufgebaut?

Vor Spartacus waren viele SAP Commerce (oder damals noch SAP Hybris) Shops mit dem sogenannten Accelerator Storefront aufgebaut. Die Accelerator Templates nutzen die mittlerweile veraltete, aber immer noch verbreitete, Java Server Pages (JSP) Technologie. Accelerator Templates (oder Recipes) enthalten aber weit mehr wie nur JSP Code, sie liefern beispielsweise vordefinierte Datenstrukturen inklusive Businesslogik, quasi eine Onlineshop out of the box.

Was genau ist Spartacus?

Spartacus ist das neue OpenSource Storefront, welches auf Angular aufbaut und alle Vorteile vom Progressive Web Apps in die eCommerce Welt einbringt. Unter einer Progressive Web App versteht man eine im Internet verfügbare Applikation, welcher einer nativen App sehr nahe kommt. Dadurch verschwimmt die Grenze zwischen Web & App, da PWAs ebenfalls Zugriff auf native Funktionen wie Push-Benachrichtigungen oder die Kamera haben.

Spartacus setzt konsequent auf moderne Technologien wie Angular, Node und NPM und läuft Headless. Dadurch ist das Frontend zu 100 % vom SAP Commerce Backend-System entkoppelt, jegliche Kommunikation läuft per Rest Endpunkte. Selbstverständlich gilt, ohne SAP Commerce kein Spartacus.

Was sind die Vorteile vom Spartacus?

Eine klassische Accelerator-Lösung glänzte nicht gerade mit Flexibilität; Updates mussten beispielsweise mühsam mit vielen manuellen Anpassungen eingespielt werden. Neu setzt Spartacus –dank Loslösung vom eigentliche SAP Commerce System– auf Flexibilität, dadurch ergeben sich unter anderem folgende Vorteile:

  • einfaches Aktualisieren der Spartacus Version (per Dependency-Update in Angular)
  • separate Deployments des Backends sowohl als auch des Frontends (Frontend kann weiterentwickelt werden, ohne Backend anzupassen)

Der Umstieg auf Spartacus hat aber auch direkt für den Endbenutzer positive Effekte. So kann dieser PWA Vorteile nutzen und benötigt keine speicherfressende Installation mehr auf seinem mobilen Endgerät. Dies ist speziell für Gelegenheitsnutzer ein grosser Vorteil, aber auch aktive Online-Shopper werden von einem flüssigeren und kundennahem Look & Feel überzeugt.

Die Frage 'Accelerator vs. Spartacus' lässt sich sehr schnell beantworten, da SAP den Accelerator-Storefront nicht mehr weiterentwickelt und nunmehr komplett auf das Spartacus-Konzept setzt.

Big Picture

Spartacus rundet die neuartige Cloud-Palette von SAP erfolgreich ab: der Onlineshop besteht nicht mehr aus On-Premise-Servern mit einer riesigen SAP Commerce-Installation, welche JSPs rendert und per MVC-Pattern dem User anzeigt.

Neu läuft Ihr SAP Commerce-Online Shop in der Cloud, setzt auf neue Progressiv Web App-Technologien und bietet in der Weiterentwicklung, der Wartbarkeit und der Skalierung ein hohes Mass an Flexibilität.

Wir von b-nova helfen Ihnen gerne beim Upgrade auf das neue Cloud-fähige SAP Commerce, oder beraten und unterstützen Sie bei der Neuenwticklung Ihres Online-Shops.

Tom Trapp - problem solver, innovator, athlete. Tom prefers to work on modern software all day long and attaches great importance to objectively clean, lean code.